Beteiligungskapital
Auch bei Geschäftsideen, die sehr innovativ sind und hohe Gewinnaussichten beinhalten, sind Banken mit der Kreditvergabe oft sehr zurückhaltend, wenn Sicherheiten fehlen. Benötigt werden dann risikobereite Investoren, die z.B. aufgrund ihrer unternehmerischen Erfahrung oder Branchenkenntnisse, ohne Sicherheiten zur Finanzierung bereit sind.
Als Kapitalgeber kommen Privatpersonen, Unternehmen oder spezielle Beteiligungsgesellschaften in Frage. Allen ist gemein, dass sie hohe Anforderungen an eine Beteiligung knüpfen. Die Geschäftsidee muss nachvollziehbar, erfolgsversprechend und rentabel sein. Wenn man als Kapitalsuchender Kontakt aufnimmt, sollte man mit einem 3 bis 5 seitigen Konzept gewappnet sein, das die Geschäftsidee beschreibt, die Marktaussichten beleuchtet (Volumen, Konkurrenten usw.) und die Schritte zur Umsetzung kurz schildert. Weiter sollte es eine grobe Einnahmen- und Ausgabenaufstellung für die nächsten 3 bis 5 Jahre umfassen und, falls vorhanden, den letzten Jahresabschluss sowie Hinweise auf bisherige Erfolge und Erfahrungen der Geschäftsführung aufzeigen.
Auf Basis des Konzeptes wird der potentielle Investor entscheiden, ob er das Konzept und die Personen dahinter tiefergehend prüfen will oder ablehnt. Gegebenenfalls erfolgt eine oft mehrmonatige Detailprüfung, für die weitere Informationen nötig sind.
Parallel dazu wird ein Verhandlungsangebot mit den Konditionen der Beteiligung gemacht. Tendenziell gibt es zwei Varianten. Entweder wird das Kapital auf begrenzte Zeit (3 bis 10 Jahre) zur Verfügung gestellt und mit einem überdurchschnittlichen Zinssatz belegt, oder mit der Beteiligung gehen Anteile an den Investor über. In diesem Fall profitiert er anteilig vom Wertzuwachs des Unternehmens, wenn er seinen Anteil später wieder verkauft und an den Gewinnen, falls diese ausgeschüttet werden.
Ein wesentlicher Verhandlungspunkt ist der Einfluss des Investors auf das Unternehmen. Bei einer stillen Beteiligung wird er sich stärker zurückhalten als bei einer aktiven, bei der er möglicherweise die Unternehmensleitung um wichtige Funktionen ergänzt.
Aktive und passive Beteiligungen werden an besonders innovativen Unternehmen durch spezielle Bürgschafts- und Beteiligungsprogramme durch den Staat gefördert.
Die IHK-Innovationsberatung Hessen berät Sie im Vorfeld der Kontaktaufnahme über Beteiligungsgeber.
Eine Übersicht von Beteiligungsgesellschaften finden Sie über die IHK-Beteiligungsbörse Risikokapital oder beim Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK).
IHK-Beteiligungsbörse Risikokapital
Die Kammervereinigung Mittelhessen, eine Kooperation der Industrie- und Handelskammern Lahn-Dill, Gießen-Friedberg, Limburg und Wetzlar, hat die IHK Beteiligungsbörse Risikokapital eingerichtet. Es handelt sich dabei um ein ständiges Forum, über das Beteiligungskapital für anspruchsvolle Konzepte gesucht werden kann.
Bitte wenden Sie sich an den Ansprechpartner vor Ort.
Ansprechpartner:
Michael Dietzsch, Dr. Tanja Engelhardt


